Skandinavien

9 praktische Schweden-Tipps für euren Roadtrip mit Camper oder Familie

9 praktische Schweden-Tipps für euren Roadtrip mit Camper oder Familie

Schweden ist wie gemacht für einen Roadtrip. Endlose Wälder, glitzernde Seen, idyllische Schären machen das Land zu einem Paradies für Camper, Outdoor-Fans und Familien. Auf unseren Reisen durch Schweden haben wir einige Tipps gesammelt, die euch den Urlaub erleichtern und vielleicht sogar die eine oder andere Überraschung bereithalten.

1. Loppis – Schwedens Second-Hand-Schätze entdecken

Während eures Roadtrips werdet ihr immer wieder Schilder mit der Aufschrift „Loppis“ entdecken. Dahinter verbergen sich kleine Second-Hand-Läden, auch ohne Verkaufspersonal, die in Schweden unglaublich beliebt sind.

Von antiken Möbeln über Emaille-Geschirr bis hin zu Büchern oder Spielzeug findet ihr dort oft echte Schätze zu günstigen Preisen. Selbst wenn ihr nichts kaufen möchtet, lohnt sich ein kurzer Stopp – allein wegen der besonderen Atmosphäre. Achtung oft kann man nur per Swish (einem schwedischen Bezahldienst, siehe unten) oder bar bezahlen.

2. Freilichtmuseen gehören zu Schweden einfach dazu

Schweden besitzt unzählige wunderschöne Freilichtmuseen, die das frühere Leben auf dem Land zeigen.

Wer mit Geschichten wie Michel aus Lönneberga oder Die Kinder aus Bullerbü aufgewachsen ist, fühlt sich hier sofort in seine Kindheit zurückversetzt. Alte Bauernhöfe, Werkstätten und historische Gebäude vermitteln einen authentischen Einblick in die schwedische Kultur.

Gerade mit Kindern sind diese Museen eine tolle Abwechslung.

3. Die Mitternachtssonne bringt den Schlafrhythmus durcheinander

Je weiter ihr Richtung Norden reist, desto länger bleibt es hell. Oberhalb des Polarkreises geht die Sonne im Sommer teilweise gar nicht mehr unter.

Was traumhaft klingt, stellt besonders Familien mit Kindern vor eine Herausforderung. Ohne eine gute Verdunkelung des Campers fällt das Einschlafen oft schwer.

Keine Sorge: Fast alle Reisefamilien machen die Erfahrung, dass die Kinder im hohen Norden deutlich später schlafen gehen, entsprechen muss man seinen Rhythmus einfach anpassen.

4. Bezahlen funktioniert fast ausschließlich mit Karte

Schweden gehört zu den bargeldlosesten Ländern Europas.

In Restaurants, Supermärkten, Cafés oder auf Campingplätzen wird nahezu überall mit Kredit- oder Debitkarte bezahlt. Viele kleinere Geschäfte akzeptieren sogar ausschließlich Kartenzahlung.

Das schwedische Bezahlsystem Swish ist zwar sehr verbreitet, kann jedoch nur mit einem schwedischen Bankkonto genutzt werden. Für Reisende genügt daher eine Kreditkarte völlig.

5. Gasversorgung für Camper gut planen

Wer mit einem Wohnmobil unterwegs ist, sollte die Gasversorgung bereits vor der Reise im Blick behalten.

LPG-Tankstellen sind in Schweden deutlich seltener als in Deutschland. Nutzt deshalb Apps wie myLPG.eu, um eure Route entsprechend zu planen.

Normale Propangasflaschen (“Gasol”) lassen sich vielerorts tauschen oder befüllen. Praktisch: An einigen Standorten stehen dafür sogar Automaten bereit. Achtet lediglich darauf, den passenden Adapter mitzunehmen.

6. Kajaks und SUPs einfach am Automaten mieten

Mit seinen tausenden Seen und Flüssen ist Schweden ein Paradies für Wassersport.

An vielen beliebten Gewässern könnt ihr spontan Kajaks oder SUP-Boards über Kajakautomaten ausleihen – ganz ohne Personal oder Vorreservierung.

Die Standorte findet ihr auf kayakomat.com. Gerade für spontane Paddeltouren ist das eine großartige Möglichkeit, Schweden vom Wasser aus zu entdecken.

7. Angeln ist einfacher als in Deutschland

Angeln gehört für viele Schweden einfach zum Alltag.

Einen Angelschein wie in Deutschland benötigt ihr in den meisten Fällen nicht. Für viele Seen und Flüsse braucht ihr jedoch eine Angelkarte (Fiskekort).

Diese bekommt ihr häufig:

  • in Touristeninformationen
  • in Outdoor- oder Angelgeschäften
  • online
  • teilweise sogar an Automaten direkt am Gewässer

Informiert euch immer vor Ort über die jeweiligen Regeln und Schonzeiten.

8. IKEA ist der perfekte Roadtrip-Stopp

Kaum zu glauben, aber gerade auf einem Schweden-Roadtrip ist IKEA oft die günstigste Möglichkeit, essen zu gehen.

Neben den bekannten Köttbullar gibt es inzwischen auch viele vegetarische Gerichte und günstige Familienangebote. Mit der IKEA Family Card – auch der aus Deutschland – spart ihr zusätzlich.

Für Familien besonders praktisch:

  • Spielbereich für Kinder
  • kostenloses WLAN
  • saubere Toiletten
  • günstige Lebensmittel im Schweden-Shop für den Camper

Beachtet allerdings, dass sich die IKEA-Filialen überwiegend im Süden des Landes befinden.

9. Das Jedermannsrecht richtig verstehen.

Die meisten Camper verbinden Skandinavien mit dem Jedermannsrecht und der Vielfalt an naturnahen Stellplätzen. Das Jedermannsrecht gibt jedem das Recht, sich in der Natur aufzuhalten und für Aktivitäten wie Wandern, Beerenpflücken, Pilzesammeln. Und du darfst in der Natur dein Zelt aufstellen oder biwakieren.

Dabei ist auf Privatgrund zu achten, das bedeutet, dass man nicht in Sichtweite eines Hauses campieren darf. Naturschutzgebiete und Nationalparks haben immer ihre eigenen Regeln.

Das Jedermannsrecht ist jedoch in allen Ländern etwas anders geregelt und gilt grundsätzlich nicht für Wohnmobile und Campervans.

So ist das Freistehen in Dänemark explizit verboten. In Norwegen und Schweden wird das Wildcampen toleriert.

 

Unser Fazit

Schweden entschleunigt. Oft sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, sondern kleine Loppis, einsame Seen oder spontane Kajaktouren, die eine Reise unvergesslich machen.

Mit etwas Vorbereitung – etwa bei der Gasversorgung oder den langen Sommertagen – könnt ihr euren Roadtrip ganz entspannt genießen und euch auf das konzentrieren, was Schweden so besonders macht: Natur, Freiheit und jede Menge Outdoor-Abenteuer.

Habt ihr noch einen persönlichen Schweden-Tipp? Dann schreibt ihn gerne in die Kommentare – wir freuen uns immer über neue Inspirationen.

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