Südafrika

Ein Tag Kapstadt mit Kindern: Unser Familienabenteuer in der Garden Route

Ein Tag Kapstadt mit Kindern: Unser Familienabenteuer in der Garden Route

Nach einer unglaublich intensiven und wunderschönen Zeit im Krüger-Nationalpark (zum Blog-Beitrag) beginnt für uns der zweite Teil unserer Südafrika-Reise. Wir fliegen von Johannesburg nach Kapstadt – und obwohl wir im selben Land bleiben, fühlt es sich fast so an, als würden wir noch einmal in eine ganz andere Welt reisen.

Im Nordosten Südafrikas haben uns trockene Savannen, Buschland und die Tierwelt des Krüger-Nationalparks begleitet. Nun wartet die sattgrüne Kapregion mit schroffen Küsten, Weinbergen, bunten Stadtvierteln und dem tiefblauen Atlantik auf uns.

Genau diese Vielfalt hat uns bereits während der Reiseplanung fasziniert.

Für die kommenden zwei Wochen folgen wir der geplanten Familienreise Garden Route for family unserer Lieblings Familien-Reiseveranstalter For Family Reisen. Mit dem eigenen Mietwagen führt uns die Route von Kapstadt über Hermanus, die Kleine Karoo und die Küstenorte der Garden Route bis nach Gqeberha, dem früheren Port Elizabeth.

Unsere Garden-Route-Reise mit For Family Reisen

Normalerweise reisen wir eher spontan. Bei dieser mehrwöchigen Rundreise durch Südafrika war es perfekt von der Erfahrung und den Tipps von For Family Reisen zu profitieren. Denn wir mussten uns nicht selbst um jede Unterkunft kümmern, haben viele Tipps in der Reiseapp an die Hand bekommen und um unbeliebte organisatorischen Details mussten wir uns nicht kümmern. Und das Beste, unsere Ansprechpartnerin hatte so viele Tipps nicht nur zu schönen Orten sondern auch dem Verhalten Vorort die die Reise so entspannt machte.

Unsere Route basiert auf der 16-tägigen Individualreise Garden Route for family. Mietwagen, familienfreundliche Unterkünfte und die einzelnen Etappen waren bereits organisiert. Gleichzeitig blieben wir vor Ort vollkommen flexibel und konnten selbst entscheiden, wann wir starten, wo wir länger bleiben und welche Ausflüge wir unternehmen möchten.

Diese Mischung passte perfekt zu uns: wir die Sicherheit einer gut geplanten Reise, aber trotzdem genügend Freiheit für spontane Stopps, ausgedehnte Picknicks und all die kleinen Entdeckungen am Wegesrand.

Ankommen in Kapstadt

Am Flughafen in Kapstadt übernehmen wir unseren Mietwagen. Diesmal ist er etwas größer und sicherer als während unserer Reise durch den Krüger-Nationalpark – schließlich werden wir in den kommenden zwei Wochen viele Kilometer zurücklegen.

Vom Flughafen fahren wir direkt hinein in Stadt. Nach der Weite des Krüger-Nationalparks müssen wir uns erst einmal wieder an den Verkehr, die vielen Menschen und das lebhafte Treiben gewöhnen. Doch schon während der ersten Fahrt durch Kapstadt bekommen wir einen Eindruck davon, warum so viele Menschen von dieser Stadt schwärmen.

Die Sonne steht bereits tief und taucht Häuser, Berge und Wolken in ein weiches, goldenes Licht. Das Licht in Südafrika hat etwas ganz Besonderes, deshalb finden hier wahrscheinlich immer so viele Fotoshootings statt.

Als wir schließlich unser Zimmer beziehen, sind wir trotzdem froh, einfach nur noch in die weichen Betten fallen zu können. Hinter uns liegen bereits so viele Eindrücke – und morgen wartet schon das nächste Abenteuer.


Kapstadt zu Fuß entdecken – unterwegs mit unserem Guide Denis

Für unseren ersten ganzen Tag in Kapstadt ist eine Stadtführung mit Denis, unserem Guide, organisiert. Denis kommt ursprünglich aus Deutschland, lebt aber seit mehr als zehn Jahren in Kapstadt, kennt die Stadt wie seine Westentasche und kann uns zu fast jeder Straße und jedem Gebäude eine Geschichte erzählen. Gleichzeitig gibt er uns als Familie die Sicherheit, die Stadt in weiten Teilen zu Fuß zu erkunden und dabei auch Orte kennenzulernen, an die wir allein vermutlich nicht getraut hätten.

Am Morgen holt er uns direkt am Hotel ab. Gemeinsam fahren wir bis zum Greenmarket Square, stellen das Auto ab und beginnen von dort unsere Tour in den Company’s Garden, wo Kapstadts Geschichte begann.

Die Gartenanlage wurde bereits im 17. Jahrhundert angelegt, um die Schiffe der Niederländischen Ostindien-Kompanie auf ihrem Weg zwischen Europa und Asien mit frischem Obst, Gemüse und Wasser zu versorgen. Damit ist sie eng mit den kolonialen Anfängen Kapstadts verbunden.

Heute ist der Company’s Garden eine grüne Oase mitten in der Stadt. Zwischen hohen Bäumen, Blumenbeeten und historischen Gebäuden spazieren Einheimische und Besucher durch die gepflegten Wege.

Die Jungs haben allerdings zunächst weniger Augen für die Geschichte als für die zahlreichen Eichhörnchen, die immer wieder zwischen den Bäumen hervorkommen und erstaunlich zutraulich sind.

Während wir durch den Garten laufen, erzählt uns Denis von den vielen Menschen, Kulturen und Nationen, die Kapstadt geprägt haben. Von den indigenen Bevölkerungsgruppen über die europäischen Kolonialmächte bis hin zu versklavten Menschen, die aus verschiedenen Teilen Afrikas und Asiens hierhergebracht wurden.

Kapstadt ist bis heute ein Schmelztiegel. Gleichzeitig ist die Geschichte der Stadt untrennbar mit Kolonialismus, Sklaverei und Apartheid verbunden.

 

Geschichte, die bis heute sichtbar ist

Während unserer Tour begegnen wir immer wieder sichtbaren Zeugnissen der Apartheid.

Besonders nachdenklich stimmen uns die erhaltenen Sitzbänke, die früher bestimmten Bevölkerungsgruppen vorbehalten waren. Es ist schwer zu begreifen, dass Menschen in Südafrika noch vor wenigen Jahrzehnten aufgrund ihrer Hautfarbe voneinander getrennt wurden – in Schulen, Wohnvierteln, Verkehrsmitteln, Restaurants und nahezu allen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Auch den Kindern lässt sich kaum erklären, wie eine Gesellschaft eine solche Ungerechtigkeit über so lange Zeit tolerieren konnte.

Gleichzeitig merken wir, wie wertvoll es ist, diese Gespräche mit ihnen genau hier zu führen. Nicht anhand eines abstrakten Kapitels in einem Buch, sondern an einem realen Ort, an dem die Folgen dieser Geschichte noch immer spürbar sind.

Denis beschönigt nichts. Er erzählt uns aber auch davon, wie sich Südafrika seit dem Ende der Apartheid verändert hat und welchen Herausforderungen das Land bis heute gegenübersteht.

Gerade diese Gespräche machen unsere Stadtführung so besonders. Wir sehen nicht nur schöne Fassaden und bekannte Sehenswürdigkeiten, sondern bekommen zumindest einen kleinen Einblick in die vielen unterschiedlichen Ebenen dieser Stadt.

Zwischen Regenbogenfarben im Bo-Kaap

Von der Innenstadt ziehen wir weiter in Richtung Bo-Kaap. Schon von Weitem leuchten uns die Häuser in kräftigem Pink, Türkis, Gelb, Grün und Blau entgegen. Enge Gassen führen den Hang hinauf, während sich oberhalb des Viertels der Signal Hill erhebt.

Das Bo-Kaap ist eines der bekanntesten Viertel Kapstadts und eng mit der Geschichte der Cape-Malay-Gemeinschaft verbunden. Viele ihrer Vorfahren wurden während der Kolonialzeit aus Südostasien und anderen Regionen ans Kap gebracht. Heute ist das Viertel nicht nur wegen seiner farbenfrohen Häuser bekannt, sondern auch für seine kulturelle und religiöse Geschichte.

Wir lassen uns durch die kleinen Straßen treiben, entdecken immer neue Farbkombinationen und bekommen an jeder Ecke ein anderes Fotomotiv geboten. Trotz seiner Bekanntheit ist das Bo-Kaap kein reines Freilichtmuseum, sondern ein gewachsenes Wohnviertel. Entsprechend respektvoll sollte man sich verhalten und daran denken, dass hinter den bunten Türen Menschen zu Hause sind.

Pünktlich um zwölf Uhr hören wir den traditionellen Schuss der Noon Gun vom Signal Hill. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wird damit die Mittagszeit signalisiert – eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird.


Mittagessen zwischen alten Wohnwagen

Langsam meldet sich der Hunger. Unser Weg führt uns zum Grand Daddy Hotel, dessen Dachterrasse ein ziemlich außergewöhnliches Highlight bereithält: Hier stehen mehrere alte, individuell gestaltete Airstreams, die tatsächlich als Hotelzimmer gebucht werden können.

Natürlich trifft das genau unseren Geschmack. Zwischen den silbernen Wohnwagen lassen wir uns zum Mittagessen nieder und genießen die besondere Atmosphäre über den Dächern der Stadt. Im Hotel befindet sich außerdem einer der ältesten noch betriebenen Aufzüge Kapstadts.

Frisch gestärkt laufen wir zurück in Richtung Greenmarket Square. Auf dem historischen Platz reihen sich Marktstände mit Bildern, Schnitzereien, Stoffen, Schmuck und afrikanischem Kunsthandwerk aneinander. Natürlich ist vieles touristisch geprägt, dennoch macht es Spaß, zwischen den Ständen entlangzuschlendern und die unterschiedlichen Arbeiten zu betrachten.

Waterfront – Seelöwen mitten im Hafen

Mit dem Auto fahren wir anschließend weiter zur Waterfront. Das ehemalige Hafengebiet wurde in den vergangenen Jahrzehnten umfassend entwickelt. Historische Lagerhäuser treffen hier auf moderne Einkaufsarkaden, Restaurants, Hotels, Museen und kleine Geschäfte. Ein wenig erinnert uns die Atmosphäre tatsächlich an San Francisco.

Denis möchte uns aber vor allem die südafrikanischen Seelöwen zeigen, die es sich zwischen Stegen und Hafenbecken gemütlich gemacht haben. Durch eine Glasscheibe können die Kinder einige der Tiere aus nächster Nähe beim sonnen beobachten. Man sieht sie allerdings nicht nur sehr gut – man riecht auch ziemlich eindeutig, wovon sie sich ernähren. Die Jungs stört das wenig, sie könnten den Tieren vermutlich noch stundenlang zuschauen.

An der Waterfront verabschieden wir uns schließlich von Denis. Wir bedanken uns für die vielen Geschichten, Hintergründe und ehrlichen Einblicke in seine Stadt. 

Ein Abend am Fuß des Tafelbergs

Eigentlich wollten wir an diesem Tag noch auf den Tafelberg fahren. Doch der Berg war nahezu den ganzen Tag unter einer dichten Wolkendecke verschwunden. Die berühmte „Tischdecke“ hatte sich hartnäckig über das Plateau gelegt. Erst am Abend lösen sich die Wolken langsam auf und geben den Blick auf den mächtigen Berg frei. Wir stehen an der Waterfront und beobachten, wie die tief stehende Sonne seine Felsen in warmes Licht taucht.

Im Time Out Market holen wir uns etwas zu essen und lauschen anschließend einer Band auf dem Vorplatz. Rund um uns herrscht ein buntes Treiben, während hinter dem Hafen langsam die Dämmerung einsetzt. Später fahren wir mit einem Uber zurück zum Hotel und sind glücklich über einen spannenden Tag in Kapstadt.

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