Kanada/USA

British Columbia: Mit dem Van in Richtung Kanada's Süden

British Columbia: Mit dem Van in Richtung Kanada's Süden

Zurück nach British Columbia und zurück in die Zivilisation

Nach den abenteuerlichen Wochen im Yukon kommen wir etwas südlich von Watson Lake wieder zurück ins schöne British Columbia. Dort haben wir Natur pur genossen und viele einsame Landschaften erlebt.

Etwas naiv und euphorisch, nach der Ankunft in British Columbia wieder zurück in der Zivilisation zu sein, durchfahren wir Watson Lake und machen uns in Richtung unseres Tagesziels Liard Hot Springs auf. Speziell auf dieser Strecke des Alaska Highway lebt eine Herde Waldbisons. Kurze Zeit nach den ersten Warnschildern stehen die majestätischen Tiere auch schon am Straßenrand, vollkommen unbeeindruckt vom Verkehr und den staunenden Touristen. Sie grasen und queren ab und zu mal die Straßenseite, wo das Gras grüner erscheint. An einer Tankstelle sehen wir einen Hinweis, dass die nächste Tankstelle erst wieder in Liard River ist, also nochmal volltanken und weiter geht es. 

Der Alaska Highway schlängelt sich hier entlang des tosenden Liard River, immer wieder tauchen große Berge und weite Täler auf und so vergeht die Fahrt durch British Columbia bis zu den heißen Quellen relativ schnell. Dort angekommen, wird unsere Euphorie der Zivilisation etwas gebremst, denn weder auf dem Weg hierher noch direkt in Liard River gibt es einen Supermarkt, wo wir unsere Vorräte hätten auffüllen können. Der letzte war in Watson Lake und der nächste ist erst wieder in Ford Nelson, vier Stunden entfernt. Wir machen es uns auf dem Campground der Quellen bequem und essen die letzten frischen Sachen aus dem Kühlschrank. 

 

Liard Hot Springs: Heiße Quellen statt Einkaufsmöglichkeiten

Da die Sonne erst spät untergeht und wir einfach viel zu neugierig sind, packen wir unsere Badesachen und gehen noch zu den Quellen. Im Preis fürs Camping (27 C-Dollar) ist der Zugang zu den Quellen bereits enthalten, man kann aber auch für fünf C-Dollar nur den Tag hier verbringen. Ein schöner Holzplankenweg führt über ein sumpfiges Delta mit einer ganz eigenen Vegetation, da die Temperatur hier im Mittel zwei Grad höher ist als im weiteren Umfeld. Daher wachsen hier andere Pflanzen und es wirkt fast tropisch. 

 

British Columbia von seiner schönsten Seite

Nach einigen hundert Metern über den Steg erreicht man die Anlage mit den Pools. Sehr geschmackvoll wurden diese erschlossen, dabei sind zwei Becken entstanden, die unterschiedliche Temperaturen haben. Der obere, heißere Pool wird von der Hauptquelle mit 60 Grad gespeist, während weitere kleinere Quellen entlang beider Pools die Temperatur variieren lassen. Vor allem der untere Pool ist besonders schön, denn am Anfang ist er noch künstlich angelegt und recht warm, wird dann aber weiter hinten immer natürlicher und geht in einen Bachlauf über. 

Vor allem für unsere Jungs war es ein Erlebnis, in dem warmen Wasser die ersten Schwimmübungen zu machen. Beeindruckt von diesem speziellen Ort haben wir spontan den Aufenthalt auf weitere 2 Nächte ausgedehnt. Der Kaffee wird mittlerweile ohne Milch getrunken und sämtlichen Konserven geht es an den Kragen, aber es ist einfach traumhaft und für uns noch nicht die Zeit, die Quellen zu verlassen. Als würde das noch nicht reichen, sehen wir auch hier wieder die tanzenden Nordlichter.

 

Vorräte auffüllen, weiterfahren, Abenteuer erleben

Weiter führt uns der Alaska Highway nun durch die Northern Rocky Mountains, entlang des Smaragdgrünen Muncho Lake durch die hochalpine Szenerie des Stone Mountain Provincial Parks. Diese Ecke der Rockies hatten wir gar nicht auf unserem Plan und sind schwer beeindruckt. Hätten wir noch Vorräte und anders geplant, würden wir hier mit Sicherheit länger verweilen. Nach nur kurzen Stopps in dieser fantastischen Landschaft kommen wir nach vier Stunden Fahrt in Ford Nelson an und übernachten unspektakulär auf dem Supermarktparkplatz und freuen uns, morgen früh den Kaffee wieder mit Milch zu trinken. 

Die Fahrt von Ford Nelson Richtung Ford St. John ist bis auf einem Stopp an einer wunderschönen, gratis Recreation Site am Duhu Lake wenig aufregend. Der Highway zieht sich hier endlos durch Wälder, nur ab und an tauchen Tankstellen am Wegesrand auf.

 

In den Central Rockies in British Columbia

Kurz vor Ford St. John verlassen wir den Alaska Highway, welcher kurz später in Dawson Creek offiziell beginnt. Die Straße 29 führt zurück in die Central Rockies und macht die Fahrt wieder spannend. Hier verändert sich zum ersten Mal seit Wochen die Landschaft signifikant, es gibt wieder Felder, Landwirtschaft und alles scheint etwas trockner zu sein vom heißen Sommer. Entlang der Straße gibt es immer wieder Wasserfälle und Wanderwege, oft auch den Zugang zum Peace River, um sich abzukühlen. Wir fahren zum Moberly Lake, schlagen unser Lager auf und erholen uns vond en vielen Fahrten durch British Columbia der letzten Tage. Nun sind wir aber wieder fast zurück im Süden.

 

Weit, weiter, Kanada: Wenn die Fahrt mal länger dauert 

Als Europäer haben wir die Distanzen in Kanada völlig unterschätzt, gewöhnen uns aber schnell daran. In Deutschland hätten wir uns für eine Fahrt von Kaufbeuren nach Frankfurt entsprechend vorbereitet, alles geplant und schließlich genug Proviant eingepackt. Hier in Kanada fährt man los und verbringt eben mal drei Stunden, spontan ungeplant und gegebenenfalls auch ohne mögliche Versorgung auf der Strecke. Auch unsere Kinder haben sich nach 15.000 km durch den Kontinent daran gewöhnt und beschäftigen sich gut selbst. Insgesamt werden die Fahrten immer entspannter. Außerdem können wir jetzt in British Columbia wieder kürzere Distanzen fahren, da sich mehr im Umfeld von ein bis zwei Stunden befindet. So nutzen wir meist die Zeit, wenn die Kinder nach dem Mittagessen müde sind, um unsere Tagesetappen zu bewältigen.

 

Zweite Chance für eine Stadt: Prince George in British Columbia

Vom Moberly Lake geht es nach Prince George. Hier kreuzen sich die Ost-West- und Nord-Süd-Routen und genau hier sind wir vor vier Wochen in den Norden aufgebrochen, haben eine spannende Zeit im Yukon erlebt und freuen uns auf das, was uns im Süden nun erwartet. Auch tut es mal wieder gut, eine Stadt das zweite Mal zu erleben, denn vor allem bei unserem ersten Stopp hier sind uns vor allem die Junkies aufgefallen und etwas eigenartigen Gestalten im Gedächtnis geblieben. 

Nun erleben wir Prince George ganz anders, lebendig und kulturell. Der Sonnenschein und die sommerlichen Temperaturen tragen bestimmt auch dazu bei. Wir gehen mal wieder Essen – zuletzt waren wir in Dawson – in einer heimischen Micro-Brauerei und genießen die Auswahl der Speisekarte, welche zumindest ein Drittel vegetarisches Essen anbietet und über Burger mit Pommes hinaus geht.

 

Unterwegs in British Columbia auf dem Cariboo Highway 

Die kommenden Tag entlang des Cariboo Highway genießen wir die unzähligen Seen entlang der Strecke, welche eine willkommene Abkühlung an heißen Tagen bieten. Wir nehmen stetig das Reisetempo raus und genießen den Sommer in vollen Zügen. Diese Strecke in British Columbia war zu Zeiten des Cariboo Goldrausches die Wege, welche die Pferde-, Esel- oder Dromedargespanne genommen haben, um entlang des Fraser Rivers Gold zu finden. 

 

Bummeln in Clearwater

Im historischen Barkeville lässt sich diese Geschichte auch noch lebendig miterleben, Schauspieler führen hier durch das historische Zentrum und erklären die Hintergründe. Wir sparen uns den Umweg, sind wir doch mit dem Klondike Goldrausch von Dawson schon tief in die Geschichte eingetaucht. Vor allem die Städtenamen erinnern noch an die damalige Zeit, so passiert man Mile 150 oder Mile 100, welche früher Raststätten der Tramper waren sind. Heute sind es recht belebte Städtchen.

Wir verlassen in Mile 93 die Strecke der Goldsucher und queren auf der 24 nach Little Ford und von dort weiter nach Clearwater. Das nette kleine Dörfchen erreichen wir etwas spät am Freitag und erhalten den Tipp, unbedingt bis morgen zum Markt zu bleiben, denn da gibt es das stadtbekannte Pancake-Frühstück. Natürlich lassen wir uns so etwas nicht entgehen und genießen nach einer Nacht am Clearwater River die saftigen Pancakes in Gesellschaft der hiesigen Rentner. Nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen, gutes Brot, lokales Obst und Gemüse am Markt gekauft haben, geht es weiter in den Wells Gray Provincial Park in British Columbia.

 

Wells Gray Provincial Park: Im Reich der Wasserfälle

Dieser Provincial Park steht etwas im Schatten zu seinen großen Nachbar-Nationalparks, dennoch ist er im Vergleich zu anderen Provincial Parks extrem gut mit diversen Wanderwegen erschlossen. Der Park beherbergt so viele Wasserfälle wie kaum ein anderer und wartet mit dem vierthöchsten, dem Helmcken Fall, Kanadas auf. Außerdem ist er bekannt für seine Lachswanderung. Ab Mitte August ziehen die Königslachse in den Clearwater Lake und die verschiedenen umliegenden Bäche zum Laichen. Vor allem am Bailys Chute kann man diese beim Springen beobachten. Die hier angelegte Beobachtungsplattform ist nur einige hundert Meter vom Parkplatz entfernt. Es ist einfach fantastisch, wie die bis zu 22 Kilogramm schweren Fische mit aller Kraft dem tosenden Fluten entgegenschwimmen, um ihr Ziel zu erreichen.

Von Rays Farm aus geht ein schöner Wanderweg durch den satten, mit Farnen gesäumten, tropisch anmutenden Wald zu den Mineralquellen. Das Wasser wird hier aus mehreren hundert Metern Tiefe an die Oberfläche gedrückt und transportiert verschiedene Mineralien mit sich, welche die Umgebung um die Quelle in eine orange Oase verwandeln. Entlang des Alice Lake geht die schöne Rundtour wieder zurück zum Wanderparkplatz.

Im Park gibt es diverse Campingplätze und Übernachtungsmöglichkeiten im Hinterland. Wir bleiben am Clearwater Lake, von wo aus Kanutouren starten. Highlight für uns: Es gibt warme Duschen. Wenn man so wie wir eher selten unter die Dusche im Camper springt, ist das eine schöne Abwechslung. Einfache Campgrounds, auf denen wir meistens stehen, haben nur selten eine Dusche.

 

Pflichttermine und Stadtluft schnuppern in Kamloops

Uns zieht es weiter in den Südwesten, nach Kamloops, da wir einen Servicetermin bei Mercedes vereinbart haben. Je weiter wir den Yellohead Highway nach Kamloops folgen, desto stärker verändert sich die Landschaft, es wird landwirtschaftlicher und deutlich trockener. Die Temperatur steigt ebenfalls und schon bald bläst uns ein warmer Sommerabendwind um die Nase. 

Kamloops erleben wir eher als Zwischenstation auf dem Weg von den Rocky Mountains hin zu Küste. Wir erkunden die Downtown und genießen unserer Take-Out Ramen im Stadtpark bei Livemusik. Als es um 9 Uhr dunkel wird, das Konzert vorbei ist, aber die Temperatur noch weit über 25 Grad anzeigt, genehmigen wir uns noch ein Eis, ehe wir vor dem Autohaus auf dem Parkplatz übernachten. Den folgenden Tag lassen wir uns von Laden zu Laden im Gewerbegebiet treiben, während wir auf unser Zuhause auf vier Rädern warten. Gegen Abend bekommen wir dann das Go, ihn abzuholen und es kann endlich weiter gehen. Nach einem produktiven Tag mit frischer Wäsche und wieder aufgefüllten Vorräten geht es weiter.

 

Unbeschwerte Sommertage in British Columbia

Erst auf dem Highway 99, welcher sich durch eine pittoresken Canyon schlängelt, ehe er wieder an Höhe verliert und wir ihn in Richtung 97 verlassen. Mittlerweile ist es dunkel und wir können nur erahnen, welche schöne Landschaft uns umgibt. Es wird aber merklich trockener und sandiger. Unser Ziel Seton Lake erreichen wir recht spät und der gratis Campground dort hat schon geschlossen, also bleiben wir einfach vor den Toren. Am nächsten Morgen machen wir uns recht schnell zum Ufer des Stausees auf. Eingebettet von hohen Bergen an den Flanken lädt der glasklare See zum Baden ein. Auch einen angelegten Badebereich gibt es hier. Wir stellen uns direkt neben einen kleinen Strand und genießen den heißen Sommertag. 

 

Einmalige Einblicke durch Kontakte mit den Einheimischen 

Mit Einheimischen kommen wir immer recht schnell ins Gespräch, entweder sind die Kinder, der Hund oder unser europäisches Kennzeichen der Anlass für einen kleinen Plausch. Meist wird aus einem kurzen Hallo ein langes Gespräch und so lernen wir Jay und Keen in British Columbia kennen. Die zwei haben eine Hütte am Ufer des Sees, welche nur mit dem Boot erreichbar ist und laden gerade allerhand Holz auf, um Neues zu bauen. Selbst haben sie zehn Enkelkinder und so auch recht schnell Zugang zu Leo und Casper. Spontan laden sie uns zu einer Bootstour zu sich ein und natürlich sagen wir zu. Das kleine Motorboot flitzt über den glatten, glasklaren See, während uns der Wind durch die Haare braust. Die Kinder lieben es, was wir nicht unbedingt erwartet hatten, so ist vor allem Leo etwas zurückhaltend was Neues angeht. 

Wir bekommen die Highlights entlang des Sees, mit Wasserfällen und einem historischen Trail der Goldsucher, gezeigt. Eher wir eine Führung in ihrem kleinen Paradis bekommen. Auf der Veranda zum See dieser rustikalen Hütte genießen wir Hotdogs und tauschen uns aus, bis es langsam zu Dämmern beginnt. Es ist immer wieder schön, so unglaublich tolle und offene Menschen zu treffen, sich auszutauschen und eine solche Großzügigkeit zu erfahren. Mit einbrechender Nacht rauscht das Motorboot wieder zurück zu unserm Van und wir fallen beeindruckt und dankbar ins Bett.

 

Entspanntes Campingleben auf dem Campground

Der Campground ganz in der Nähe des Seton Lake wird von einem Stromkonzern betrieben und ist bis zu sieben Tage am Stück gratis. Es gibt eigentlich alles, was man braucht, Wasser, Plumpsklos, Feuerstellen, Picknicktische und WLAN. Ja WLAN, das hatten wir fast noch nie. Allerdings geht das WLAN nur in direkter Nähe zur Ranger-Hütte. Dennoch eine gute Alternative, da hier sonst überhaupt kein Empfang wäre. Wir machen es uns auf dem Campground gemütlich und richten uns für einige Tage ein. Am See hatten wir bereits Tipps für kleine Wanderungen entlang des Bachs hinter dem Campingplatz erhalten. 

 

Lachse, Bären und Waldbrände

Als wir den Gold Trail gehen, fällt uns schnell ein etwas unangenehmer Geruch auf. In dem Moment, als wir den Bach erreichen, wissen wir auch woher. Wir sind, ungeplant auf einen Lachsfluss gestoßen und die verendeten Tiere säumen den ganzen Fluss. Einige wenige sind noch auf ihrem Weg, sehen aber auch nicht mir ganz frisch aus. Hier scheint ihre Reise zu enden und sie laichen in dem seichten Bach. Die Woche bevor wir kamen, sollen wohl auch sehr viele Bären am Bach gewesen sein, auch ein Berglöwe ist unterwegs, sagte man uns. Zurück am Campground, unweit des Flusses, sind wir ab Einbruch der Dunkelheit eher direkt am Camper, obwohl es so schön warm ist und man am liebsten die ganze Nacht draußen verbringen würde. 

Leider haben auch etwas die bereits seit einer Woche andauernden Waldbrände um den See immer wieder an Intensität aufgenommen, was uns schlussendlich dann nach vier Nächten wieder zum Weiterziehen zwang.

 

Verwöhnt mit Bergen und Seen in British Columbia 

Nachdem wir kurz zurück auf dem Bauernmarkt in Lillooet unsere Vorräte aufgefüllt haben, geht es auf den von Einheimischen liebevoll genannten Duffy. Der Highway 99 zieht sich in Serpentinen hoch und lässt schnell die trockene, heiße Ebene hinter sich. Die Bergbäche rauschen entlang der Straße und wir sind zurück in den geliebten Bergen. Entlang der Straße gibt es mehrere Recreation Sites, auf denen man kostenlos übernachten kann. 

Angekommen am Duffy Lake, welcher der Straße den Namen gibt, sind wir geplättet von dem wunderschönen Bergsee, der erhaben in dieser traumhaften Landschaft liegt. Leider ist der See nur an wenigen Stellen zugänglich und wir fahren weiter. Auf den 100 km zwischen Lillooet und Pemberton kann man locker mehrere Tage verbringen oder man fährt wie wir recht zügig durch. 

 

Campen am Lillooet Lake

Unbedingt anhalten sollte man jedoch am Lillooet Lake, welcher sich kilometerlang in die Berge British Columbias hineinzieht. Die Forststraße führt zu mehreren Campingplätzen. Wir bleiben direkt beim ersten namens Strawberry Point. Der Platz an sich ist weniger spannend, liegt dennoch schön zwischen Bergen. Der Strand unterhalb, welcher in ein paar Metern zu Fuß erreicht werden, kann ist traumhaft, sandig und gesäumt von Treibholz. Außerdem ist der Anblick über den See mit den hohen Bergen und Gletschern im Hintergrund einmalig. 

Es ist Anfang September und das letzte lange Wochenende vor dem Schulbeginn steht vor der Tür, entsprechend viel ist los und jeder Schüler, Student und Lehrer genießt die Zeit am See. Dennoch – und das haben wir in Kanada schätzen gelernt – ist ab 23 Uhr Stille auf dem Campground.

 

Ein Ort, der Sport atmet: Whistler in British Columbia

Nur kurz vom Campground entfernt liegt Pemberton. Die Stadt lassen wir recht schnell hinter uns, doch hier beginnt der legendäre Sea to Sky Highway, für uns zwar eher Sky to Sea, aber egal. Wir machen uns auf dem Weg nach Whistler. 

So lange ist dieser Skiort in unseren Köpfen als das Juwel des kanadischen Skisports gespeichert, was mit Sicherheit auch mit der Popularität der Winterspiele zu tun hat. Unsere Vorfreude steigt von Kilometer zu Kilometer des gewundenen Highways zwischen den Bergen in Richtung Wallfahrtsort des Skis und dann kommen wir an. Leider regnet es etwas, aber davon lässt sich unsere Begeisterung nicht bremsen. Whistler ist ein hübsch rausgeputzter Ort in British Columbia, an dem Resorts und Hotels dicht aneinandergedrängt Betten für tausende Urlauber bieten. 

 

Whistler ist sportlich, aber teuer

Dennoch strahlt der Ort Sport aus und nun im Spätsommer ist das MTB bzw. Downhill-Fahren der Magnet des Bergdorfs. Tausende in Schonern gehüllte, auf vollgefederten Abfahrtsmonstern sitzende Downhiller sind in der ganzen Stadt. Es ist ausgelassen, die Stimmung gut und wir lassen uns mitziehen in die Welt des Extremsports. Zwar sind wir keine Downhiller aber passionierte Mountainbiker und Bergler und so springt der Funken schnell über. Wir lassen uns durch die Einkaufszone treiben, beobachten die Leute und bummeln durch die Läden. 

Einziger Nachteil: Whistler ist extrem teuer und die Preise im Sommer werden nur durch die im Winter getoppt. Liftkarten ab 80 Dollar bzw. im Winter ab 200 Dollar sind für uns absolut utopisch, da bleiben wir lieber in den kleineren, unbekannteren Gebieten. Wir bleiben ganz in der Nähe von Whistler in einem Provincial Park über Nacht, denn auch die Preise beim stadtnahen Campingplatz übersteigen jegliche Vernunft. 

 

Easy Wanderungen für Kids bei Whistler

Am nächsten Tag fahren wir ein Stück nach Function Junction – ja, so heißt der Ortsteil. Von dort führt eine schöne Radstrecke nach Whistler hinein. Auch kann man von hier zu einem Zug-Wrack im Wald wandern – ein Highlight für Kinder. Die Wanderung lässt sich easy mit Kids unternehmen und bietet neben den Zugüberresten, einen schönen Trail und eine Hängebrücke über einen tollen Canyon mit reißendem Bergbach. Nach der kleinen Wanderung schwingen wir uns auf Rad und erkunden die Umgebung. An einem kleinen See machen wir halt und genießen den schönen Sommertag, ehe wir uns wieder auf den Rückweg machen.

 

Outdoorsport-Paradies Squamish

Unser Weg führt uns weiter den Sea to Sky Highway hinunter in Richtung Squamish. Wenn Whistler der Ort für die Oberschicht ist, stellt Squamish das Pendant für jedermann da. Nicht ganz so chic und herausgeputzt, dafür direkt am Meer und mit jeder Menge Outdoor-Angebote. Es gibt keine klassischen Skigebiete wie in Whistler, dafür jede Menge Mountainbikestrecken und Wanderwege, Provincial Parks mit tollen Seen, den zweitgrößten Granit Nordamerikas zum Klettern und Bouldern sowie Wind zum Windsurfen und Kiten. Entsprechend tummelt sich hier auch ein etwas anderes Publikum. Wir wandern den Fünf-Seen-Weg im Alice Lake Provincial Park und wagen uns an den Chief Trail, welcher mit unseren Kids aber zu steil ist. 

Zuletzt gönnen wir uns die Fahrt mit der Sea to Sky Gondola und laufen gefühlt alle Trails, die es oben gibt. Leider ist auch hier die Fahrt kein Schnäppchen, aber vor allem mit Kindern ist es toll, auch mal einen Blick von oben zu bekommen, ohne lange Aufstiege meistern zu müssen. Das Wegenetz von der Bergstation aus ist auch super mit Kindern zu schaffen und es gibt einen Spielplatz und ein Panorama Restaurant, wo wir den kleinen Hunger zwischendurch stillen können.

Wir verlassen Squamish und auch der Sea to Sky endet nun, denn wir stehen an dem Fähranleger in Horseshoe Bay, um nach British Columbia die Sunshine Coast zu erkunden. Ahoi!

 

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