Kanada/USA

Mit dem Van durch Kanada: In Nova Scotia auf dem Carbot Trail

Mit dem Van durch Kanada: In Nova Scotia auf dem Carbot Trail

Mit dem Van durch Kanada: In Nova Scotia auf dem Carbot Trail

Wir sind mit unserem Van, zwei Kindern und Hund unterwegs in Kanada. Während wir mit dem Flugzeug angereist sind, kommt der Van mit dem Schiff in Nova Scotia an. Nachdem wir unsere ersten Eindrücke in Kanada mit dem Auto gesammelt haben, wird es nun wie gewohnt auf Campingplätzen oder freistehend weitergehen. Wie unsere Reise begonnen hat, kannst du hier nachlesen. 

Wiedersehen mit dem Van in Halifax

Nun ist es endlich so weit: Wir können nach etwa drei Wochen Verschiffung unseren Van in Nova Scotia am Hafen von Halifax abholen. Der erste Weg führt uns zum Zoll, wo ich mich direkt mit der Spedition treffe, und die nötigen Unterlagen erhalte, dann noch ein kurzes Gespräch mit dem Zollbeamten führe und nun endlich unseren Van am Hafen in Empfang nehme. Nun geht es zum Hafen, extrem aufgeregt und mit unglaublicher Vorfreude, die sich zu absoluter Euphorie steigert, als wir unseren Van dort stehen sehen. Endlich kann es beginnen – unser Abenteuer quer durch den nordamerikanischen Kontinent von Ost nach West, von Süd nach Nord und wieder in den Süden eher es zurück in den Osten geht, immer dem Abenteuer hinterher. Hier beginnen wir also unsere eigentliche Reise in der Hauptstadt von Nova Scotia: in Halifax. 

Rein in die Natur von Nova Scotia: die 100 Inseln der Murphy Cove

Ehrlich gesagt war das Verlangen nach Natur und Abenteuer zu groß, um sich länger als nötig in Halifax aufzuhalten. Nach einem ersten Großeinkauf ging es direkt raus aus der Stadt. Zum Ankommen in Nova Scotia wurde ein schöner Campingplatz an der Murphy Cove angesteuert. Wir haben Mitte Mai und es ist touristisch noch nichts los, der Campingplatz ist eigentlich erst noch in den Vorbereitungen, lädt uns aber trotzdem ein, hier zu bleiben. Die Auswahl von Murphys Camping on the Ocean war eher zufällig, wir fanden ihn mithilfe von unserem vertrauten Tool, Google Maps. Wir hätten jedoch keinen besseren Ort zum Ankommen wählen können. Genauso hatten wir uns die Campingplätze in Kanada vorgestellt oder gar gewünscht. Einfach in der Ausstattung, aber traumhaft gelegen. 

Während wir uns also sortierten, den Van einräumten, alle Einkäufe verstauten und uns Gedanken zu den kommenden Tagen machten, verging der Tag mit Blick auf die Bucht der 100 Inseln, vorbeifliegenden Seeadlern und schnatternden Kanadagänse. Kurz vor der Dämmerung wurde das Lagerfeuer vom Eigentümer-Paar des Campingplatzes entzündet und dort sitzen wir nun, vier echte Kanadier und wir vier Reisenden um das Feuer und erzählen von unseren Plänen. Am nächsten Tag erfahren wir, dass genau der Campingplatz und genau der Stellplatz 31 an dem wir standen, bereits in einem deutschen Reiseführer empfohlen wurde und siehe da, exakt diesen Reiseführer haben wir auch.

Van in Nova Scotia

Schönstes Roadtrip-Feeling auf dem Carbot Trail

Nach zwei wunderbaren Nächten geht es weiter, entlang der Küste in Richtung Cape Breton Island, wo wir unsere erste Nacht freistehend am Strand verbringen. Entlang des Celtic Trail schlängelt sich die Straße durch Wälder, über üppige Wiesen, lange Sandstrände sowie schlussendlich schroffe Klippen in Richtung Carbot Trail und Cape Breton National Park. 

Wir fahre nach Chéticamp und somit in den Cape Breton National Park. Leider hat das große Visitor Center dort noch geschlossen, offiziell beginnt die Saison erst Ende Juni. Anfangs hatten wir überlegt, diesen Umweg durch den „Zipfel“ von Nova Scotia zu nehmen oder lieber direkt in Richtung Neufundland aufzubrechen. Die ersten Meter im Nationalpark auf dem legendären Carbot Trail haben uns dann schier den Atem geraubt, zum Glück sind wir diesen Weg gefahren. Die Sonne ging gerade unter und die sich an der Küste entlang hangelnde Straße wurde in leuchtend gelbes Licht gehüllt. Das absolute Roadtrip-Erlebnis, das wir zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet hatten. 

Carbot Trail Nova Scotia Camping

Auch nicht erwartet hatten wir die Entfernungen und doch eher spärliche Infrastruktur in diesem Teil von Nova Scotia. So hat uns die eher Tanknadel nach Pleasant Bay verschlagen, eine kleine Ortschaft umgeben vom Nationalpark. Zum Glück, denn am dortigen Hafen stürzten sich gerade hunderte Basstölpel wie Speerspitzen ins Wasser, um kleine Fische zu erbeuten. Nach diesem Spektakel haben wir direkt dort am Hafen unser Lager für die Nacht aufgeschlagen und die Vögel bis weit in den Abend beobachtet. 

Tölpel stützen sich ins Wasser am Carbot Trail

Wälder, Bären, Regen: Naturschauspiele in Nova Scotia

Am nächsten Tag ging es weiter und bereits kurz nach Abfahrt konnten wir eine Bärenmama mit ihren zwei kleinen Babys im Gebüsch erspähen. Noch völlig unbedarft sind wir natürlich ausgestiegen und haben versucht, das Bärengespann zu fotografieren und somit die wilden Tiere verschreckt. Im Nachhinein ist man immer schlauer und nun beachten auch wir die offiziellen Regeln, weder auszusteigen noch den Tieren zu folgen, um tolle Bilder zu schießen. Weiter schlängelt sich der Carbot Trail an der Küste entlang, gibt immer wieder tolle Blicke auf die Sankt Lorenz-Bucht frei und verzaubert uns mit seinen üppigen Wäldern. 

Es gibt kein schlechtes Wetter …

Leider hat sich mit der Ausrichtung des Parks (wir sind einmal von der Westseite zur Nordseite gequert) auch das Wetter schlagartig verändert. Aus Sonne am Morgen wurde Nebel und Regen am Nachmittag. Dennoch wollen wir uns bewegen und diese wunderbare Natur erwandern. Ausgestattet wie für eine Drei-Tage-Wanderung begehen wir den kurzen Aspy Trail, welcher zu einem kleinen Wasserfall führt. Die Kinder und wir sind begeistert und atmen die sagenhafte Natur ein. Leider hat es beim Rückweg angefangen zu regnen, was dann in einem ordentlichen Regensturz endete und uns pitschnass wieder am Van ankommen ließ. Regensachen aus, alles ins Bad zum Trocknen gehangen und Heizung an. 

Wald Nova Scotia Carbot Trail wandern mit Kindern

Unsere nächste Nacht verbringen wir auf dem Broad Cove Campingplatz im Park, von wo aus man direkt den Waren Lake Trail wandern kann. Der Rundwanderweg zieht sich entlang des Ufers durch den Nadelwald und ist wunderbar angelegt. Nur unser Kinderwagen ist manchmal an seine Grenzen gekommen. Trotzdem war es machbar, auch mit dem Gefährt einmal den See zu umwandern, wenngleich eine Kraxe die bessere Wahl gewesen wäre. Die nächste Nacht haben wir nochmal auf dem Ingonish Beach Campground verbracht, ehe wir uns auf den Weg Richtung Nord Sydney begeben, wo uns am nächsten Morgen die Fähre von Nova Scotia nach Neufundland bringt. 

Aufbruch in Richtung Neufundland

Illustration Fähre Neufundland Nova Scotia

Der weitere Verlauf von Ingonish nach Nord Sydney ist landschaftlich abwechslungsreich und bietet immer wieder spektakuläre Aussichten. Empfehlenswert ist die Abzweigung der Route 312, welche mit einer kleinen Fähre in Englishtown den Meeresarm dort quert. Nord Sydney selbst ist wenig charmant und geprägt durch den Charakter eines Fährhafens mit Versorgungsort. Wir verbringen die letzten Stunden vor der Abfahrt der Fähre und freuen uns auf die anstehenden Abenteuer auf Neufundland.

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